© 25.11.2014 - Gisela Henke

Artgerechte Haltung

Frettchenhaltung setzt umfangreiche Fachkenntnisse voraus  FRETTCHEN  Abstammung:  Frettchen sind Raubtiere wie Hund und Katze  Frettchen gehören zu den Marderartigen  Frettchen wurden aus dem Iltis zu domestizierten                                                                          Haustieren gezüchtet. Frettchen sind keine Heimtiere im Sinne von Käfigtieren sondern Haustiere. Haltung:  Frettchen sind Rudeltiere, die deshalb mindestens zu zweit gehalten werden sollen. Der Aufenthalt in einem Käfig soll auf ein Minimum beschränkt werden. Den Tieren muss 2 - 3 mal tgl. für mindestens 2 Std. Freilauf in der Wohnung gewährt werden. Da sie sehr agil und neugierig  sind, lieben sie die Abwechslung und sollten intensiv am Leben des Besitzers teilnehmen können. Dies ist  wichtig, um Verhalten und Gesundheitszustand ausreichend beurteilen zu können. Frettchen können mit  Hunden und Katzen vergesellschaftet werden, diese ersetzen aber nicht den Artgenossen als Spielpartner.  Ungeeignet sind Nager, Kaninchen und Vögel, da sie als Beutetiere angesehen werden. Sie toben gerne mit  Kindern, die tierartgerecht mit ihnen umgehen können. Wichtig ist, dass die Eltern sich bei der Haltung dieser  Tiere nicht aus der Verantwortung ziehen. Allein gelassen sind Kinder mit der Haltung  und der kritischen  Beurteilung von Zustand und Verhalten der Frettchen überfordert.  Käfig:  Die im Handel erhältlichen Käfige sind nur bedingt geeignet. Es ist günstiger nach eigenen Maßen selbst  einen Käfig aus gehobelten Vierkanthölzern und punktverschweißtem Draht zu bauen. Zur Ausstattung  gehören mehrere Schlafplätze (Hängematte, Schlafhäuser mit Kuscheltüchern), Katzenklo mit Einstreu,  Trinknapf (standfest oder zum Hängen), Fressnäpfe. Der Käfig sollte mehre Etagen haben, die mit  Drainageröhren oder Sprungbrettern (mit Leisten gegen Abrutschen abgesichert) verbunden sind.  Hängematten sichern zusätzlich gegen Abstürzen. Der Käfig sollte lt. Haltungsrichtlinien ein Mindestmaß von  1 x 1 m Bodenflächen bei 1,5 - 2 m Höhe oder 1,5 x 1 m Grundfläche bei einer Höhe von 1,2 - 1,5 m mit zwei  bis drei Etagen haben. Die Haltung ausschließlich in Freigehegen oder auf dem Balkon ist für eine ausreichende Beobachtung und  eine artgerechte Haltung ungeeignet. Auch hier müssen die Tiere den oben geforderten Freigang in der  Wohnung haben. Die Grundfläche des Geheges sollte mindestens 6 m² betragen und die Tiere die  Möglichkeit zum Buddeln haben (1 m tief). Es ist darauf zu achten, dass Futter und Wasser bei  Minustemperaturen nicht einfrieren (Terrarienheizung einbauen oder kombinierte Schlaf-Futterkiste). Die  Tiere müssen am Entweichen gehindert und vor Diebstahl geschützt werden. Bei der abwechslungsreichen  Ausstattung ist in Anlehnung an die Käfigausstattung der Phantasie keine Grenze gesetzt (Bepflanzung,  Schaukelkörbe, Planschbecken). Gehege oder Balkon dürfen nicht auf der Süd- oder Westseite einer zu  starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Eine Markise schützt nicht, sondern fördert ein schlechtes  Mikroklima. Pflege:  Frettchen brauchen nicht gebürstet (außer bei extremem Fellwechsel) oder gebadet zu werden, sie  planschen aber gerne in einer kleinen Wasserwanne. Die Katzenklos müssen täglich mehrere Male gereinigt, der Käfig muss einmal täglich gewischt werden. Mindestens einmal pro Woche müssen die Tücher  gewechselt werden (Frettchen schleppen gerne ihr Futter ins „Nest" und in die Wohnung). In der Wohnung  müssen mehre Katzenklos aufgestellt werden. Fütterung:  Für Frettchen muss ständig Futter zur freien Verfügung bereit stehen. Als Raubtiere benötigen sie  überwiegend Frischfleisch (Rind, Lamm, Geflügel, alles roh oder gekocht, Schweinefleisch nur gekocht), frei  verfügbar gutes fetthaltiges Trockenfutter, wenig Feuchtfutter aus Dose oder Frischebeutel, wenig  Pflanzliches (Gurke, Paprika, Melone). Vorsicht, Frettchen können schnell zu sturen Nahrungsspezialisten  werden. Es darf nicht versucht werden, sie durch Hungernlassen an ein anderes Futter zu gewöhnen.  Besonderheiten:  Die Tiere passen sich in ihrer Aktivität den Zeiten des Besitzers an.  Frettchen werden nicht völlig stubenrein. Sie lassen sich nicht erziehen, sondern erziehen ihren Besitzer, die  Wohnung frettchengerecht zu gestalten.  Um die Tiere artgerecht zu mehreren halten zu können, müssen sie bei Beginn der Geschlechtsreife mit ca. 9  Monaten kastriert werden. Auch bei gleichgeschlechtlicher Vergesellschaftung müssen sowohl Rüden  (Rivalenkämpfe unter Unkastrierten) als auch Fähen (Gefahr der Dauerranz, bereits kurze Zeit nach  Ranzbeginn möglich) kastriert werden. Die Lebenserwartung beträgt bei Rüden ca. 7 Jahre, bei Fähen ca. 8 Jahre.  Gesundheitsvorsorge:  art- und raubtiergerechte Ernährung  Milchprodukte können zu Durchfall führen.  Gummiartiges (v.a. Oropax!) wird gerne als Fremdkörper aufgenommen. Hungernlassen führt zu Durchfall, d.h. auch bei bestehendem Durchfall auf  keinen Fall eine Nulldiät  durchführen. Krankheiten sind nicht leicht zu erkennen, deshalb die Tiere beim täglichen Auslauf und bei der  Futteraufnahme gut beobachten.  Impfungen gegen Staupe und ggf. Tollwut Literatur:  "Das Frettchen als Haustier in der Kleintiersprechstunde",Gisela Henke, ISBN 3-929744-16-3 "Frettchen", GU Tierratgeber, Gisela Henke, ISBN 978-3-8338-0869-2  "Quirlige Frettchen" von Martin Ulrich, Kosmos Verlag, ISBN 3-440-07764-0  "Frettchen", Harald Schwammer, Ulmer Verlag, ISBN 3-8001-7470-7   Im Internet:  www.tierarztpraxis-henke.de 
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