© 25.11.2014 - Gisela Henke

Verhalten

Bissigkeit  Nur die wenigsten Tiere aus privater Haltung sind  wirklich bissig. Ein übermütiges Zwicken beim Spiel zeigen die Tiere untereinander und damit natürlich auch beim Menschen. Sie lernen aber, vorsichtiger mit dem  schmerzempfindlicheren Menschen zu spielen, wenn dieser laut aufquietscht. Auch ein "Klaps" kann das  Frettchen bremsen. Unbekannte Tiere sollte man sich nie zu dicht an das Gesicht halten, viele beißen gerne  in Nase oder Lippe, ohne dass dies böse gemeint wäre. Nur selten sind Frettchen so unleidlich, dass sie sich schmerzhaft verbeißen. Im Extremfall können sie einen  "Beißkrampf" bekommen, der nur schwer zu lösen ist. Die Tiere beißen heftig zu, lassen etwas locker und  beißen noch fester zu. Evtl. lassen sich die Tiere durch Vitaminpaste o.ä. so ablenken, dass sie loslassen.  Ein Kieferaufbiegen kann evtl. dazu führen, dass sich das Frettchen an das neue Opfer wendet und zubeißt.  Auch zugeführter Schmerz irgend einer Art führt dann nur zu noch wütenderem Zubiss. Also Ruhe bewahren,  die Tiere beruhigen und ablenken. Hungrige Jungtiere werden missmutig und können bei Manipulationen heftig zubeißen. Dem Besitzer muss  geraten werden, Futter ad libitum bereitzustellen. Selbst die kurze Wartezeit beim Tierarzt kann die Welpen  zu "bissigen Raubtieren" werden lassen. Einige Frettchen können z.B. nur ihren Besitzer leiden und beißen alle anderen Menschen, oder sie können  alle Menschen gut leiden und nur eine bestimmte Person nicht. Da dieses Verhalten reproduzierbar ist, ist  davon auszugehen, dass Frettchen die Menschen genau unterscheiden können. Stimmt diese sog. Chemie  aber zwischen Besitzer und Frettchen nicht, bleibt zum Wohle des Tieres nur die Vermittlung in ein anderes  Zuhause. Dort kann sich das Tier völlig anders verhalten.  Fühlen sich Tiere in einer Pflegestelle nicht wohl, oder werden sie zu Hause zu wenig artgerecht gehandelt  oder zu selten aus dem Käfig gelassen, können sie ebenfalls bissig werden. Futterverweigerung  Die meisten trauernden Frettchen verweigern die Nahrungsaufnahme. Die "Abschiebung" in eine unbekannte  Pflegestelle oder der Verlust des Partnertiers können für ein Frettchen eine so schlimme Belastung bedeuten, dass es nach und nach weniger frisst. Diese Inappetenz führt zu einem Teufelskreis: die Tiere bekommen  schleimigen, grünlichen Durchfall, der dann wässrig wird. Sie trocknen immer mehr aus, werden apathischer, die Blutleberwerte steigen an, bis die Tiere nur noch mit Zwang am Leben zu halten sind. Der Verlust oder  auch nur eine schwere Erkrankung des Partnertiers können eine so extreme Futterverweigerung auslösen,  dass das zweite Frettchen nach zwei bis drei Wochen auch stirbt oder beide Tiere gleichzeitig eingeschläfert  werden müssen. Die einzige Möglichkeit so einem trauernden Tier zu helfen, ist die Gesellschaft eines ihm  bekannten Frettchens. Wir raten deshalb allen Frettchenbesitzern, kontinuierlich Kontakt zu anderen  Frettchen zu halten oder evtl. drei Tiere zu halten.  Bei kranken Tieren muss darauf geachtet werden, dass ständig frisch angerührtes Futter angeboten wird und  Wasser in gut erreichbarer Nähe steht. Ggf. müssen inappetente Frettchen drei mal täglich oder auch alle 2 Std. mit Brei gefüttert  oder  zwangsernährt werden. Aufnahme eines neuen Frettchens  Integration eines neuen Frettchens in ein Rudel Generell ist zu beobachten, dass je größer ein Rudel ist desto schwieriger ist es, ein neues Mitglied zu  integrieren. Es sieht aus, als ob das Rudel "dicht macht", eines ist immer dabei, das den "Neuen" nicht leiden kann. Häufig schließen sich die anderen dem Mobbing an. Solange nur drei oder vier Frettchen im Bestand  sind, wird ein neues Tier, unabhängig von Geschlecht und Alter meist sofort mit freundlichem "Gockern" als  Kumpel aufgenommen. Kleine Reibereien mit etwas Gequietsche und Nackenbeißen sind harmlose  Rangordnungskämpfe. Erst wenn dabei auch heftig geschüttelt wird, der Rangniedere unter sich macht und  herzzerreißend schreit, sollten die Besitzer dazwischen gehen. Die Tiere sollten dann aber nur kurzfristig  getrennt und nur im Extremfall für längere Zeit getrennt eingesperrt werden, denn jeder erneute Kontakt  bedeutet ein neues Aufgreifen der Rangordnungskämpfe. Leider gibt es aber oft keine andere Möglichkeit  und die Tiere müssen nachts oder wenn der Besitzer das Haus verlässt in verschiedene Käfige gesetzt  werden.  Jungtiere haben es i.d.R. leichter, in ein Rudel aufgenommen zu werden, da sie sich besser zur  Wehr setzen als ältere. Welpen dagegen können evtl. so stark bekämpft werden, dass es besser ist, sie bis  zu einem Alter von ca. 4 Monaten nur mit "netten" Rudelmitgliedern in Kontakt treten zu lassen. Sie dürfen  keineswegs nur isoliert gehalten werden, da sie sonst das arttypische Sozialverhalten verlernen und bei  jedem Kontakt zu Frettchen sofort anfangen zu schreien. Sie sind dann ein leichtes Opfer der übrigen  Rudelmitglieder. Ein Jungtier, das Partnertier für ein älteres Frettchen werden soll, wird am besten von diesem ausgesucht.  Das ältere Frettchen wird einen Welpen im Nacken greifen und diesen unter zeterndem Protest  wegschleppen. Diese beiden werden unzertrennliche Partner werden. Auch im neuen zu Hause wird sich  dies abspielen. Der Besitzer braucht sich nicht um das Baby zu sorgen, es wird ihm nichts geschehen, da der  ältere Mutter- bzw. Vaterrolle übernommen hat.  Wenn der Welpe langsam geschlechtsreif wird, kann es aber für das ältere Frettchen ziemlich belastend sein, da das Jungtier anfangs spielerisch später ernsthafter Rangordnungskämpfe ausführen möchte. Eine latent  vorhandene Herzschwäche bei dem älteren Frettchen kann in dieser Zeit zum Ausbruch kommen oder eine  bereits bestehende sich verschlimmern. Vielleicht lässt sich der Besitzer dann zum Erwerb eines zweiten  Jungtiers überreden, damit zwei gleichstarke die normalen Kämpfe ausführen können und das Alttier in Ruhe  gelassen wird. Sie werden sich mehr oder weniger heftig balgen, aber das ist nicht böse gemeint. Sie lassen  dabei das typische freudig erregte "Gockern" hören.  Sobald zwei Rüden, auch Geschwistertiere allmählich geschlechtsreif werden (z.T. bereits mit 4 Monaten),  bekämpfen sie sich intensiver. Sie beißen sich gegenseitig in den Nacken und wälzen sich laut quietschend.  Mit der Zeit entstehen krustige Wunden. Erst wenn die Rüden kastriert sind, lässt dieses Verhalten nach und  sie werden untereinander zu friedlichen Gesellen. Fremde Rüden, auch wenn sie kastriert sind oder Fähen  können aber wieder genau so bekämpft werden und es dauert oft lange Zeit bis sie akzeptiert sind.  Ein kastrierter älterer Rüde ist dagegen problemloser bereit, ein Weibchen in der Ranz als einen  geschlechtsreifen Jungrüdenrüden aufzunehmen. Nicht nur Rüden sondern auch fremde, kastrierte Fähen können sich lautstark bekämpfen. Sie verletzen sich  jedoch gegenseitig nicht so stark im Nacken wie es Rüden machen. Tiere, die lange keinen Kontakt zu  anderen Frettchen hatten, verlernen das arttypische Sozialverhalten und gehen nur schwer eine  Partnerschaft ein. Sie flüchten in eine Ecke und wehren schreiend jeden auch noch so harmlos gemeinten  Kontakt ab. Genauso reagieren Frettchen, die jahrelang nur zu zweit gehalten wurden. Sie können sich nur  langsam auf das Verhalten eines anderen Frettchens einstellen. Aus Angst laufen sie evtl. dem ranghöheren Tier hinterher, schreien ihm mit hohen Quietschtönen ins Ohr.  Für uns ist dies oft ein völlig unverständliches Verhalten, da das derart verfolgte Tier scheinbar völlig harmlos  ist. Doch das schreiende Frettchen hat speziell mit diesem Tier oder mit anderen schlechte Erfahrungen  gemacht. Einige Stichpunkte zum Verhalten Frettchen zeigen kaum ein Miemenspiel. Nur der gut beobachtende Besitzer erkennt am  Gesichtsausdruck das Befinden seines Tieres und nur das Tier, das eine intensive Beziehung zu  seinem Besitzer hat, teilt sich so mit. Schwanzwedeln bedeutet spielerisches oder ernsthafteres Beutegreifverhalten. Beim Spielen und Toben wird übermütig mit dem Kopf geschlagen. Eine Verständigung der Frettchen untereinander in einem eingespielten Rudel erfolgt u.a. durch  Schnuppern an Ohren und Analgegend, durch Schnauze auf die Kruppe legen, durch abwehrendes  kurzfristiges Maulaufreißen oder Heben der Vorderpfote, durch aufmunterndes Schubsen mit der  Schnauze.                                                                                                                          Zwei Tiere, die sich gut verstehen  Frettchen können sehr lange Zeit Krankheiten überspielen.   Futter wird nicht im Napf sondern daneben gefressen oder verschleppt.   In Außengehegen können sehr lange und tiefe (über 1,20m) Gräben gebuddelt werden.  
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