© 25.11.2014 - Gisela Henke

Kastration

Für Tierärzte: Technik der Kastration a) Rüde Eine Narkose mit 30mg Ketanest und 0,01ml Xylacin pro kg KGW exakt i.m. (Vogelkanüle) genügt meist bei  einer normalen Kastration. Ranzbedingt sehr unruhige Rüden oder Kryptochiden benötigen ggf. nach 5-10  Min. ein- oder zweimal noch 1/3 der Ketanestdosis nach oder sie können über eine Maske mit Isofluran tiefer  ruhiggestellt werden. Beim Kryptorchiden liegt i.d.R. der nicht abgestiegene Hode im dicken Bauchspeck in der Leistengegend. Da  er oft nur erbsengroß ist, ist er schwierig zu ertasten. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der Besitzer  weiß, ob im Welpenalter beide Hoden fühlbar waren. Ansonsten läuft die Kastration rein technisch ab wie  beim Kater, außer dass das Skrotum viel dünner ist. Domitor®/Antisedan® als Alternative zu Ket®/Romp®  läßt sich sehr gut einsetzen, die Tiere schlafen schnell ein und wachen 3Min. nach dem Antidot wieder auf.  Leider wirkt es aber sehr kreislaufdepressiv, einmal kam es sogar zu einem anaphylaktischen Schock mit  Lungenblutungen. b) Fähe Zur Vorbereitung haben sich eine Injektion mit einem Schmerzmedikament und ein Langzeitantibiotikum  bewährt. Zur Narkose muss grundsätzlich Ket®/Romp® in Kombination gegeben werden mit 0,01ml Rompun® pro  Fähe. Liegt das Tier nach 5 Min. nicht, darf 1/3 der Ketanest®-Dosis nachgegeben werden. Bereits während  die Tiere einschlafen, kann angefangen werden sie auszubinden, da sie sonst zu schnell wieder wach  werden. Auch hier bietet sich zusätzlich eine Maske mit Isofluran an. Ranzige oder tragende Fähen sind oft nur sehr  schwierig schlafen zu legen. Die Kastration selbst erfolgt am günstigsten im Hängen am Katzenbrett mit dem Kopf nach unten. Dazu muss das Tier mit dünnen elastischen Binden exakt caudal der Ferse ausgebunden werden, da Frettchen sehr  rasch wieder wach werden und dann leicht aus ihrer Fixierung rutschen. Der Schnitt erfolgt am besten  paraumbilikal und etwas nach cran., da die Eierstocksbänder sehr kurz sind. Ob man mit dem  Kastrationshaken an der richtigen Stelle sucht, erkennt man an der Reaktion der Tiere: die Fähe krümmt sich  zur Seite. Die Gebärmutter ist rosa und wurmartig im Gegensatz zum Darm, der heller und flacher ist. Der  nur linsengroße Eierstock mit dem stark geschlängelten Eileiter liegt bei jungen Fähen zu Beginn der Ranz  noch in einem dicken Fettpolster eingebettet.  Vorsicht beim Abbinden: das Fettpolster ist sehr kompakt (evtl.  die Klemme kurz lösen und noch einmal vorsichtig nachgreifen und die Ligatur nachziehen, damit es nicht zu  Stumpfblutungen kommt) und muss in toto entfernt werden, da sonst leicht ein Rest Eierstock in der  Bauchhöhle bleibt. Bei einer längerdauernden Ranz kann das Endometrium geschwollen sein, doch die  Gebärmutter muss dann nicht unbedingt entfernt werden, sie bildet sich zurück. Nach einer Narkose werden  bei uns die Tiere auf einer Wärmedecke mit einem Handtuch wachgerubbelt. Diese Aufgabe übernimmt i.d.R.  der Besitzer. Synthetikfäden werden von den Tieren ohne weiteres toleriert, eine Halskrause, eine  Sicherheitsnaht oder gar ein Pflaster sind nicht notwendig. Ausdrücklich sei noch einmal betont, dass auch  während der Ranz kastriert werden kann bzw. sogar muss.
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