© 25.11.2014 - Gisela Henke

Leukose

Eigene Erfahrungen in der Therapie der Leukose beim Frettchen. Folgender Artikel gibt meine Erfahrungen zu einer unkonventionellen Therapie der Leukose beim Frettchen  wieder. Diese Behandlung ist inzwischen für mich zur Routine geworden und einige andere Tierärzte haben  sie ebenfalls erfolgreich angewendet. Der ursprünglich erfolgreich verwendete Imfstoff ist leider nicht mehr  auf dem Markt.  Ein neuentwickelter Impfstoff dieser Firma und der Impfstoff gegen Katzenleukose einer anderen Firma  werden von mir z. Zt. noch getestet, bis jetzt ebenfalls mit Erfolg.  Das Thema der Leukose beim Frettchen hat mich seit dem Jahr 1998 besonders beschäftigt.  Im folgenden  Artikel beschränke ich mich aber ausschließlich auf das Erscheinungsbild,  bei dem diese Erkrankung mit  verdickten Körperlymphknoten einhergeht. Der Begriff „Lymphome“  wäre dann geeigneter. Im März `98  wurde ich selbst als Frettchenbesitzer mit dieser  Erkrankung konfrontiert, als eines meiner Tiere, Kimba, ein  5-jähriger, kastrierter Albinorüde mit Gewichtsverlust und geringerer Aktivität auffällig wurde. Bei der  klinischen Untersuchung konnte ich ausser einem verdickten linken Ln mandibularis (gut bohnengroß) nichts  weiter feststellen. Als Standardtherapie bekam er von mir zunächst Cortison und Antibiotikum, doch er nahm  innerhalb von 4Wochen weitere 100g ab, und der Lymphknoten wuchs.   Eine Blutuntersuchung  am 9.4. zeigte leicht erhöhte Leberwerte (GOT 54,6U/l , GPT 61,9U/l) und eine stark  erhöhte alk. Phosphatase von 598.  Die Leukozytenzahl war mit 18,7G/l deutlich zu hoch. Erfahrungsgemäße Richtwerte beim Frettchen: GPT bis 45 U/l GOT bis 40 U/l          ALP  bis 65 U/l Leukozyten 4-6,5 G/l Fotos Leukose Folglich bestand bei Kimba der Verdacht auf das Vorliegen einer Leukose. Die übrigen 9 Tiere aus der  Gruppe waren beim klinischen Check frei von auffälligen Symptomen.   Die therapeutischen Möglichkeiten der Lymphome beim Frettchen sind eigentlich regelmäßige Cortisongaben mit antibiotischem Schutz  oder eine Paramunisierung. Einige Tiere mit generalisierter Schwellung der äußeren Körperlymphknoten konnten so über mehrere  Monate mit Flumethason (Acutol®) stabil gehalten werden.   Bei solitären  Lymphknotenvergrößerungen habe ich auch einige Male versucht zu operieren, v.a. wenn es  sich um den Ln mandibularis handelte und dieser bereits die Atmung behinderte. Doch die Operation konnte  nur zwei Mal erfolgreich durchgeführt werden. Aufgrund eines infiltrativen Wachstums mußten die anderen  Tiere intra operationem euthanasiert werden. Bei Jungtieren bis zu einem Jahr ist der Verlauf der Leukose  dramatisch schnell mit hohem, nicht durch  Antibiotikum beeinflußbaren Fieber. Leider sind dann auch meist die inneren Körperlymphknoten betroffen  und es kommen noch weitere Symptome wie Dyspnoe, Inappetenz und Durchfall dazu. Die symptomatische  Therapie bleibt erfolglos. Leider äußern dann erst  die Pathologen den Verdacht auf eine Leukose oder  sprechen von leukotischen Veränderungen. Die  Leukosefälle beim Frettchen sind häufig im Zusammenhang  mit erkrankten Katzen aufgetreten. Meist habe ich dann empfohlen, die gesunden Partnertiere gegen  Leukose impfen zu lassen, was bei großen Beständen aus finanziellen Gründen kaum durchführbar ist. Auch  sind normalerweise nur Einzeltiere einer Gruppe betroffen. Die Impfungen gegen Leukose wurde bei allen  Tieren gut vertragen. Da der katzenspezifische Leukosetest beim Frettchen zu keinem relevanten Ergebnis  führt, kann man ihn dem Besitzer ersparen.  Bei meinem Rüden Kimba ist die Infektionsquelle unklar. Er kann nur beim Züchter bis zur 12.Woche Kontakt zu leukosepositiven Katzen gehabt haben, da die eigenen  Katzen als Welpen getestet und regelmäßig geimpft wurden. Alle diese genannten Therapien wollte ich bei Kimba nicht durchführen, ich entschloss mich deshalb, ihn  gegen alle Regeln gegen Leukose zu impfen. Das Risiko, ein krankes Tier zu impfen, wäre ich natürlich bei  keinem anderen Besitzer eingegangen. Doch bereits 14 Tage nach der ersten Impfung  begann der Lymphknoten zu schrumpfen. Weitere 14 Tage  später bekam Kimba seine Wiederholungsimpfung.  Inzwischen hatte er wieder 100g zugenommen und fing  wieder an zu spielen. Eine Kontrollblutuntersuchung Ende Mai zeigte einen deutlichen Rückgang des Leukozytenwertes auf 6,7G/l.  Als am 23.5.98 das Frettchen „Tobi“,  ein iltisfarbener, kastrierter Rüde mit  5 Jahren wegen verdickter  Lymphknoten vorgestellt wurde,  konnte ich der Besitzerin von den Erfolgen bei Kimba berichten und sie zu  einer Blutuntersuchung überreden. Er hatte einen Leukozytenwert von 10,7G/l und wurde daraufhin zweimal  geimpft. Die zweite Blutentnahme 6 Wochen nach der zweiten Impfung zeigte eine deutliche Besserung mit  5,9G/l. Doch erst im Nov.98 war die Schwellung seiner Lymphknoten deutlich zurückgegangen.  Auch er ist munter und spielt mit seinen drei Rudelgenossen. Bis Ende des Jahres`98 kamen noch 7 weitere Frettchen mit verdickten Körperlymphknoten. Von den  insgesamt  9 behandelten Tieren waren nur drei Fähen. Drei Frettchen möchte ich noch besonders  hervorheben:  Zwei der Tiere hatten noch zusätzlich chronische Hautveränderungen in Form eines eosinophilen Graniloms.  Beim Frettchen handelt es sich dabei um trockene, rissige, rote Hautstellen, die sich durch Cortison nur  lindern lassen. Bei beiden Tieren heilten auch diese Stellen 14 Tage nach der ersten Impfung vollständig ab.  Beim 3. Frettchen handelt es sich um eine 7 1/2Jahre alte Fähe mit einer zusätzlichen Herzschwäche ihre  Lnn. mandibulares waren ca. pflaumengroß, so daß eine Fixation zur Blutentnahme von ihr nicht geduldet  wurde. Wir haben deshalb auf ein kleines Blutbild verzichtet. Da diese Fähe bereits erfolglos vorbehandelt worden  war, konnte ich die Besitzerin trotzdem zur Impfung überreden.  Kimba Tobi Merlin Blacky Leukos 18.7 // 6.7 10.7 // 5.9 5.84  // 4.77 9.o6   // 6.22 G/l Ery 11.7 // 9.4 9.44 // 12.42 11.31//11.37 10.22 // 10.34 T/l Hb 19.4 // 15.9 17.9 // 19.2 19.1   // 18.8 15.9   // 15.3 g/dl Ht 61    // 48 48   // 56 50     // 53 48      // 47 % Thromb 151  // 452 43   // 320 468   // 227 329    // 134 G/l Wilma Gismo Bambam Fienchen Leukos 6.25 // 5,0 7,57 // 7.2 5.2 // 6,07 5.53 //  6,01 Ery 9.66 // 8,17 11,83//11,47 8.49 // 10,29 10,45 // 10,49 Hb 13.8 // 10,7 18,9 // 18,1 17.4 // 17,8 16,3 //  18,3 Ht 37    // 37,7 51 // 54 42   //  35 47   //  37 Thromb 287  // 163 124 // 362 57 // 370  336  //  230        Von diesen Tieren aus der ersten Impfserie leben heute (Dez. 2001) noch zwei Tiere. Von den anderen wurde  keines wegen der Leukoseerkrankung eingeschläfert. Inzwischen ist diese Impfung bei verdickten  Körperlymphknoten in meiner Sprechstunde zur Routinebehandlung geworden. Bei keinem der Tiere bewirkte die Impfung eine Verschlechterung der klinischen Symptome. Die Leukoseimpfung bei erkrankten Frettchen ist deshalb als gerechtfertigte und empfehlenswerte Alternative  in der Leukosetherapie zu sehen. Copyright: by Gisela Henke  Dieser Text darf nur auf der Internetseite  www.frettchendoc.de veröffentlicht werden. Das Copyright ist Bestandteil des Textes und darf nicht gelöscht werden.    
Frettchendoc.de
Krankheiten
Allgemein Blutwerte Haut Dauerranz Erste Hilfe EU Fremdkörper Giardienbefall Impfung Kastration Leukose Leukose (englisch) Nieren Pankreas Ranz und Zucht Zahnstein Home News Krankheiten Halltung Frettchen Links Buecher Impressum Leukose